Eltern setzen verstärkt auf Privatschulen
Hohe Qualität der Ausbildung fördert die Nachfrage in der Hauptstadt - Nur noch wenige freie Plätze für das kommende Schuljahr
Berlin - Berliner Eltern verlassen sich bei der Ausbildung ihrer Kinder nicht mehr länger auf das staatliche Bildungssystem. Bereits 24 000 der gut 320 000 Schüler in der Hauptstadt besuchen eine Privatschule. Die Wartelisten an den Schulen in freier Trägerschaft sind lang. Und für das kommende Schuljahr gibt es nur noch wenige freie Plätze. Das bestätigt der Landesvorsitzende des Bundesverbandes Deutscher Privatschulen Berlin-Brandenburg, Andreas Wegener.
Eltern rät er, sich dennoch nicht entmutigen zu lassen: "Es lohnt sich auf jeden Fall zu schauen, wo noch Möglichkeiten bestehen." Mit der Nachfrage stieg in der Hauptstadt auch die Zahl der Privatschulen. In den vergangenen neun Jahren haben sich die privaten Lehranstalten von 45 auf inzwischen 145 mehr als verdreifacht.
Eine Tendenz, die offenkundig anhält. Hatte die Senatsbildungsverwaltung vor zehn Jahren lediglich vier neue Privatschulen anerkannt, so waren es im vergangenen Jahr bereits 28. Schon heute liegen in der Behörde 14 Anträge für Neugründungen in diesem Jahr vor.
Die zunehmende Nachfrage nach Privatschulen hat für Kirchenschulrat Manfred Hermann vor allem einen Grund: die hohe Qualität der Ausbildung. Daß im Ostteil der Stadt besonders evangelische Schulen trotz insgesamt rückläufiger Schülerzahlen einen wachsenden Zulauf haben, erklärt Herrmann mit dem zusätzlichen Wunsch vieler Eltern nach Wertevermittlung im Unterricht. Bei einem monatlichen Schulgeld ab 30 Euro sind es inzwischen nicht mehr nur reichere Eltern, die ihre Kinder an Privatschulen schicken.



